New Leadership Glossar: die wichtigsten Begriffe rund um New Leadership

Wenn Du Dich mit New Leadership beschäftigst, wirst Du wahrscheinlich eher früher als später über die folgenden Begriffe stolpern und an dem einen oder anderen Buzzword nicht vorbeikommen.
Definitionen der einzelnen Begriffe gibt es en masse – von hoch wissenschaftlich bis ganze Bücher lang. Hier findest Du die Begriffe, die in meiner Arbeit mit Führungskräften und Organisationen im Kontext New Leadership eine Rolle spielen.

Auch eine Facette von New Leadership…

AGILE

Ursprünglich aus der Software-Entwicklung kommend, ist unter agile eine Art der Zusammenarbeit und des Vorgehens zu verstehen. Statt einem starren Plan zu folgen und diesen Schritt für Schritt abzuarbeiten, startet die Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Verständnis über das Ergebnis. Dieses wird durch einen Prozess des ständigen Überarbeitens und Justierens erreicht.

AMBIDEXTRIE

Der Begriff der Ambidestrie (Beidhändigkeit) kommt ursprünglich aus dem medizinischen Bereich und bezeichnet die Fähigkeit beide Hände gleichwertig einzusetzen. Im Business Kontext bedeutet Ambidextrie für Unternehmen sowohl das operative Kerngeschäft erfolgreich zu führen, als auch intensiv an Innovationen, neuen Geschäftsfeldern zu arbeiten. Ein Team, das beidhändig agiert, hat sowohl das operative Geschäft im Blick als auch die notwendigen Freiräume, um innovativ und kreativ an neuen Lösungen zu arbeiten.

BANI MODELL

Das Kunstwort BANI stellt ein Modell dar, das die aktuelle (Business) Welt und die Herausforderungen beschreibt. Es bietet keine Lösungen an sich an, sondern hilft dabei die Situation zu benennen. Denn nur was wir benennen können, können wir auch verstehen. Das BANI Modell folgt auf die sogenannte VUCA World und beschreibt die aktuelle Welt als

  • Brittle – brüchig, porös
  • Anxious – ängstlich, besorgt
  • Non-linear – nicht linear
  • Incomprehensible – unverständlich, unbegreiflich

CHECK IN / CHECK OUT

Check In und Check Out markieren den Start- und Endpunkt eines Meetings, eines Workshops etc. Der Check In wird genutzt, um im Hier und Jetzt anzukommen, den Kopf für das Bevorstehende freizubekommen und Kontext für die anderen Teilnehmenden zu schaffen. Der Check Out schließt das Meeting ab und gibt jedem Teilnehmenden die Möglichkeit kurz zu reflektieren.
Eine Sammlung an typischen Check In/Check Out Fragen findest Du zum Beispiel hier: https://www.checkin-generator.de

DESIGN THINKING

Design Thinking ist ein Ansatz, um innovative Lösungen auf kreative Art. und Weise zu erarbeiten. Dabei liegen 3 Prinzipien zugrunde:

  1. Der Nutzer steht im Mittelpunkt – es geht im ersten Schritt nicht um die technische Machbarkeit, die Wirtschaftlichkeit…
  2. Je unterschiedlicher die Beteiligten, umso besser – die Kombination aus unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen führt zu den tragfähigsten Lösungen
  3. Lernend nach vorne gehen – scheitere früh und häufig

EIGENVERANTWORTUNG

Jeder Mensch trägt die Verantwortung für sich selbst, für die eigenen Gedanken und Gefühle. Dazu gehört auch dass ich selbst proaktiv nach Lösungen suche, wenn ich ein Problem erkenne. Eigenverantwortung wird als Grundlage für Selbstorganisation gesehen.

HOLACRACY

Holocracy (dt. Holokratie) ist eine Möglichkeit eine Organisation zu gestalten. Sie verzichtet auf klassische Hierarchien und Machtverhältnisse und setzt auf ein Set an Regeln, auf Rollen statt Positionen und auf Kreise statt starre Hierarchie.
Mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Holokratie

Persönliche Anmerkung: super spannendes Konzept und wirklich anders;-) Literaturempfehlung: Frederic Laloux: Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit.

MANAGEMENT 3.0

Management 3.0 steht für eine bestimmte Haltung mit dem Slogan „manage the system, not the people“. Basierend auf den Gedanken von Jurgen Appelo und seinem Buch „Managing for Happiness: Games, Tools, and Practices to Motivate Any Team“ ist es kein weiteres Leadership Framework, sondern eine ständig wachsende Sammlung an Tools, Praktiken und Spielen. Alle mit dem Ziel Organisationen, Teams und jeden Einzelnen (insbesondere sich selbst) bei der Gestaltung der Arbeitswelt zu unterstützen.
Jede Menge weitere Infos und konkret anwendbare Tools findest Du hier.

MICROMANAGEMENT

Micromanagement kennzeichnet ein Führungsverhalten, dass von einem starken Bedürfnis nach Kontrolle und fehlendem Vertrauen geprägt ist. Aufgaben werden bis ins kleinste Detail vorgegeben, überwacht und hinterfragt. Nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Micromanagement kann sowohl auf die Mitarbeitenden wie auch auf die Führungskraft selber negative Auswirkungen haben. Demotivation, Unzufriedenheit, Angst, (innere) Kündigung können die Folgen sein.

NEW WORK

New Work – eines DER Buzzwords der letzten Jahre. Zurück geht der Begriff auf Prof. Dr. Frithhof Bergmann der sich in den 1970er Jahren mit den Auswirkungen der Arbeitswelt auf die Menschen beschäftigte und den Fokus auf mehr Teilhabe, Selbstbestimmtheit und Sinnhaftigkeit legte. Heute ist New Work ein Megatrend in der Arbeitswelt, häufig in Kombination mit Arbeitswelt 4.0 und der digitalen Transformation.
Die eine Definition von New Work gibt es wohl nicht. Auf jeden Fall gehört mehr als der Tischkicker und der Obstkorb dazu.

PURPOSE

Mit dem Purpose, also dem Sinn und Zweck erklärt sich der Daseinsgrund einer Organisation, eines Teams. Sprich, warum gibt es uns überhaupt? Dieser Purpose hilft der Organisation, dem Team und jedem einzelnen Mitarbeitenden sich auszurichten und die Richtung zu halten. Der Purpose schafft Gemeinsamkeit, er verbindet. Und er dient als Entscheidungshilfe: Entscheidungen werden über die Fragestellung „dient das unserem Purpose?“ auf den Prüfstand gestellt.

RETROSPEKTIVE

Retrospektiven, kurz Retros sind eine sehr effektive Methode zur Weiterentwicklung und um gemeinsam die eigene Arbeitswelt zu gestalten. Retros bieten einen Raum, um zu reflektieren, was bereits gut läuft, was verbessert werden könnte. Einen kurzen Ablauf einer Retro findest Du hier https://www.ciita.de/retro-geht-immer/

ROLLEN

Rollen in einer Organisation, in einem Team sind eine Möglichkeit Verantwortlichkeiten zu beschreiben. Eine Rolle hat einen Namen, einen Purpose (siehe oben) und eine oder mehrere Verantwortlichkeiten. Eine Person kann mehrere Rollen innehaben. Rollen können ständig verändert und angepasst werden. Das sogenannte „rollenbasierte Arbeiten“ ist im Vergleich zum typischen Arbeiten mit Stellen-/Jobbeschreibung deutlich flexibler, anpassungsfähiger und kann die tatsächliche Arbeitsrealität genauer widerspiegeln.

SELBSTORGANISATION

Mit Selbstorganisation im Umfeld von New Work und New Leadership wird die Art der Zusammenarbeit und des Aufbaus eines Unternehmens, eines Teams bezeichnet. Charakteristisch für die Selbstorganisation ist die Ausrichtung auf einen Purpose, der Wegfall von starren Hierarchie-Elementen, ein hohes Maß an Transparenz und verteilte Verantwortlichkeiten. Selbstorganisation bedeutet nicht, dass keine Führung/kein Leadership mehr existiert oder benötigt wird. Sondern dass Führung/Leadership nicht per se an eine hierarchische Position geknüpft ist, sondern dort ausgeübt wird, wo die Kompetenz und Verantwortung tatsächlich liegt.

THEORY U

Die Theory U von Otto Scharmer (Ökonom, Autor) ist sowohl eine Theorie wie auch eine Methode (U-Prozess) um Veränderungen anzustoßen. Insbesondere in strategischen und innovativen Projekten, bei organisatorischen Veränderungen und in Teamentwicklungen wird die Theory U und der U-Prozess eingesetzt. Mit dem Ziel wirksame, ganzheitliche und nachhaltige Lösungen zu kreieren.

TRANSFORMATION

Unter Transformation (Umformung, Umgestaltung, Umwandlung) versteht man einen grundlegenden Wandel, beispielsweise in der politischen, wirtschaftlichen oder technologischen Entwicklung. Im Bereich von New Work und New Leadership ist damit häufig ein längerfristiger Wandlungsprozess hin zu anderen Formen der Zusammenarbeit, zu mehr Selbstorganisation (siehe oben) oder in Richtung eines neuen Geschäftsmodells gemeint.

VERTEILTE FÜHRUNG (Shared Leadership)

Auch hier ist der Name Programm: die Verantwortung für Führung wird auf verschiedene Rollen/Personen verteilt, egal ob diese eine „offizielle“ Führungsrolle im Unternehmen haben oder nicht. Unter dem Motto: wer am besten dafür geeignet ist, übernimmt dafür die Führung.

VUCA WORLD

Das Kunstwort VUCA entstand in den 1990er Jahren zur Beschreibung der aktuellen Herausforderungen in der Welt. In den letzten Jahren wird es im Business Kontext genutzt, um das Umfeld in dem sich Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeitende bewegen zu charakterisieren. Hohe Geschwindigkeit, schneller Wandel, wenig Vorhersagbarkeit, hohe Komplexität und kaum mehr verlässliche Wenn-dann-Beziehungen.
VUCA setzt sich aus den folgenden Begriffen zusammen:

  • Volatility – Volatilität/Unstetigkeit
  • Uncertainty – Unsicherheit
  • Complexity – Komplexität
  • Ambiguity – Mehrdeutigkeit

Walk the talk

Im Kontext von Führung und Leadership wird das Prinzip Walk the talk häufig genannt. Es bedeutet, dass Gesagtes tatsächlich vom Sagenden auch umgesetzt wird. Wenn ich beispielsweise im Team Transparenz als wichtiges Element benenne, dann agiere ich auch transparent und teile transparent Informationen, Gedanken, Entscheidungen etc. mit meinen Kolleg:inn:en.


Ganz im Sinne von Agile – more to come…

Und wenn Dir ein Begriff fehlt: please let me know…

Tipp: Du interessierst Dich für New Work? Das Neue Narrative Magazin hat ein tolles Glossar dazu unter https://newworkglossar.de

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